ADHS: 7 Mythen, 7 Fakten.

Erfindung? Nur bei Kindern? Modeerscheinung? Wir prüfen die häufigsten ADHS-Mythen gegen seriöse Fachquellen.

Stand Juni 2026 · geprüfte Quellen unten
Kurz vorab: Dieser Text informiert auf Basis öffentlicher Fachquellen und ist kein Selbsttest und keine Behandlungsempfehlung. Ob ADHS vorliegt und was im Einzelfall hilft, klären nur Fachärztinnen, Fachärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Vermutest du ADHS? myway begleitet dich organisatorisch zur Abklärung.

Über kaum ein Thema kursieren so viele Halbwahrheiten wie über ADHS. Sieben verbreitete Mythen, und was die Fachquellen wirklich sagen.

MYTHOS

„ADHS ist eine Erfindung der Leistungsgesellschaft"

Das ist fachlich nicht haltbar. ADHS ist ein anerkanntes, eigenständiges Störungsbild mit neurobiologischen Grundlagen und in den internationalen Diagnosesystemen verankert.

MYTHOS

„ADHS ist neu, eine Modeerscheinung"

ADHS-typisches Verhalten wurde schon 1844 beschrieben, in den Geschichten vom Zappelphilipp und Hans-guck-in-die-Luft von Heinrich Hoffmann. Neu ist nicht das Phänomen, sondern dass es heute besser erkannt wird.

MYTHOS

„ADHS betrifft nur Kinder"

ADHS kann ins Erwachsenenalter fortbestehen. Etwa 15 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen erfüllen auch als Erwachsene noch das Vollbild aller Kriterien, bei deutlich mehr bleiben wesentliche Symptome bestehen. Bei Erwachsenen tritt sichtbare Hyperaktivität oft zurück, in den Vordergrund rücken Unaufmerksamkeit und innere Unruhe.

MYTHOS

„Das hat doch jeder mal"

Gelegentliche Unkonzentriertheit oder Vergesslichkeit ist keine ADHS. Für eine Diagnose müssen Auffälligkeiten ausgeprägt sein, über lange Zeit bestehen und den Alltag in mehreren Lebensbereichen deutlich beeinträchtigen.

MYTHOS

„Zucker oder schlechte Ernährung verursacht ADHS"

Kein einzelnes Nahrungsmittel löst ADHS aus. Ernährung kann das Befinden beeinflussen, ist aber keine Ursache der Störung.

MYTHOS

„ADHS kommt von schlechter Erziehung"

ADHS ist in hohem Maß erblich. Zwillingsstudien schätzen die Erblichkeit als sehr hoch ein. Erziehung verursacht keine ADHS, auch wenn das Umfeld den Umgang damit beeinflusst.

MYTHOS

„Bei Mädchen und Frauen gibt es das kaum"

ADHS gilt bei Frauen als unterdiagnostiziert. Es zeigt sich bei ihnen häufig unauffälliger und wird leichter übersehen oder mit anderen Erkrankungen verwechselt.

Weiterlesen

Spätdiagnose ADHS →ADHS bei Frauen →ADHS-Lexikon →

Quellen

Alle Aussagen oben stützen sich auf diese öffentlich zugänglichen Fachquellen, zuletzt geprüft im Juni 2026:

Hinweis: Der fachliche Rahmen orientiert sich an der deutschen S3-Leitlinie ADHS (AWMF 028-045) sowie der NICE-Leitlinie NG87. Einzelne Detailbelege stammen aus den oben verlinkten Quellen.